Fraunhofer IVV Mitteilung vom April 2010

Energie- und Ressourceneffizienzsteigerung durch Recycling von Schleifkorn und Polyamid aus Abfällen der Schleiffilamentproduktion mit dem CreaSolv®-Verfahren

Projektlaufzeit: 2009 bis 2011

Projektträger: Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU

Das verarbeitende Gerwerbe setzt in vielfältigsten Varianten technische Bürsten ein. Diese Bürsten sind beispielsweise mit Naturfasern, synthetischen Fasern (mit und ohne Schleifmittelbeladung) oder mit Metalldrähten besetzt. 

Sie werden für das Entgraten von Werkstücken aus Kunststoff, Holz oder Metall, für die Oberflächenbehandlung (Entrosten, Entlacken, Polieren, Veränderung der Oberflächenstruktur) oder für die Werkstückreinigung eingesetzt.

In Deutschland werden 800 Jahrestonnen Schleiffilamente aus einem Polyamid-Trägermaterial, das mit einem abrasiven Schleifkorn aus Siliziumcarbid, Diamant oder Keramik besetzt ist, produziert.

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REM Aufnahme eines Recycling Schleifkorns
Dabei fallen durch kundenspezifischen Filamentzuschnitt bis zu 160 Jahrestonnen Produktionsabfall an. Ähnliche Abfallmengen entstehen noch einmal beim Endkunden, die die Reste der Schleiffilamente in der Regel entsorgen. Hochwertige und hochqualitative Werkstoffe - unter anderem auch Industriediamanten mit einem Materialwert von einigen hundert Euro pro Kilogramm - geraten so in den Abfall.

Bei einer vollständigen werkstoffliche Rückgewinnung der genannten Abfallmengen am Produktionsort würden immense Rohstoffreserven geschont, aber auch die Emission von über 1000 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart. Die Rückgewinnung scheiterte aber bislang an tragfähigen Recyclingtechnologien für die hochabrasiven Abfälle.

creasolv_prozess_-_deu.jpg Mit dem am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung entwickelten CreaSolv®-Prozess (eingetragenes Warenzeichen der CreaCycle GmbH) wird nun ein werkstoffliches Recyceln möglich. In einem Lösungsmittel wird hierbei die Polyamid-Filamentmatrix gelöst und danach das Schleifkorn aus der Polymerlösung abgetrennt. Die Entwicklung und Bereitstellung der umweltfreundlichen und kennzeichnungsfreien Lösungsmittelformulierung obliegt dem Projektpartner CreaCycle GmbH.

Ziele des Forschungsvorhabens sind daher die kleintechnische Umsetzung des erprobten Laborverfahrens, eine Musterproduktion und Schleifbürstenherstellung aus Recyclat zur technischen und finanziellen Produktevaluation sowie eine eingehende wirtschaftliche Betrachtung des Verfahrens. Die industrielle Umsetzung ist am Industriestandort des Projektpartners Hahl Filaments GmbH (Tochter der Lenzing AG) geplant.

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