Biokunststoffabfälle - SustRecPLA (2014)

Seit Jahren steigt die Anzahl und Vielfalt der Produkte aus biobasierten Kunststoffen insbesondere im Bereich der Verpackungen kontinuierlich an. Polylactid (PLA) ist derzeit der wichtigste Vertreter auf dem Verpackungsmarkt und da viele 2018 DUH Bioplastik Produkte 3 Konzepte PLA als Verbundwerkstoff oder im Blend einsetzen, ist  das Recycling von PLA-haltigen Abfällen mit den konventionellen Verfahren (z.B. Regranulierung) schwierig, wenn nicht unmöglich.

Der Hinweis deutscher Verbraucherverbände „ Da Biokunststoffe derzeit nicht stofflich wiederverwertet werden können und das Recycling anderer Kunststoffe behindern, gehören sie nicht in den gelben Sack oder die Wertstofftonne. Das Umweltbundesamt empfiehlt derzeit die Entsorgung über den Restmüll. Dann können sie zumindest thermisch verwertet werden3)“ beschreibt das Dilemma sehr deutlich. Und obwohl der Begriff „Bio-„ generell positiv besetzt ist, äußerte die Entsorgungsbranche immer wieder Bedenken, dass PLA das etablierte Kunststoffrecycling stören könnte .

 CreaSolv® Pilotanlage - Recycling von Polyethylen-Beutelverpackungen – Unilever (2015)

Kleine Kunststoff-Beutelverpackungen zur einmaligen Anwendung, sogenannte „Sachets“ sind in Entwicklungs- und Schwellenländern sehr beliebt, weil sie auch Konsumenten mit niedrigem Einkommen erlauben, kleine Mengen von Produkten zu kaufen, die sonst für sie unerschwinglich wären. 2018.11 Unilever Sachets Da es in diesen Ländern keine brauchbaren Recyclinglösungen für flexible Verbundpackmittel gibt und in der Regel eine Abfall-Logistik fehlt, werden leere Verpackungen einfach weggeworfen oder landen in Deponien. Da global nur 14% aller Kunststoffverpackungen recycelt werden, erklärt das die Meldungen über verschmutzte Strände und Müllstrudel in den Ozeanen und warum Asien als Hauptproblem betrachtet wird. Aber inzwischen wächst die Erkenntnis, daß jeder Flecken auf dieser Erde davon betroffen ist und auch Industriestaaten mit Verpackungskunststoffen ein großes Problem haben.

 Weiterlesen: Unilever Beutel-Recycling (2015)

CreaSolv® Pilotanlage für Verpackungs- und Kfz-Verbundwerkstoffe – MultiCycle Projekt

Aufgrund technologischer und ökonomischer Limitierungen werden zurzeit weniger2018.11. MultiCycle graphic als 1/3 des anfallenden Kunststoff-Verpackungsabfalls recycelt. Kunststoff wird als Ware zum einmaligen Gebrauch und der Abfall als (finanzielle) Belastung und nicht als „Ressource“ (Rohstoff) betrachtet. In der neuen “Plastikstrategie1)” der Europäischen Kommission wird eine Vision formuliert, die kosteneffektives Recycling, größere Recyclingkapazitäten und besser integrierte Kunststoff-Wertschöpfungsketten beinhaltet. Das MultiCycle2) Projekt hat zum Ziel, die Ressourcenverknappung, das Deponieren und das Verbrennen von Kunststoffabfällen aus dem Verpackungs- und Automobil-Bereich zu stoppen. Es beginnt am 1. November 2018 und läuft bis zum 31. Oktober 2021.

CreaSolv® Demonstrationsanlage für Kunststoff Verpackungsabfälle – Lober (2018)

Zum Schutz empfindlicher und hochwertiger Produkte aus dem Lebensmittel- und Konsumgüterbereich2018.11. Pressefoto Circular Packaging IVV müssen Kunststoffverpackungen heute hohe Anforderungen erfüllen und bestehen zunehmend aus komplexen Verpackungssystemen wie z.B. mehrlagige Kunststofffolien. Diese häufig eingesetzten Mehrschichtlaminate aus Polyethylen/Polyamid (PE/PA) oder Polypropylen/Polyethylenterephthalat (PP/PET) sind nach dem heutigen Stand der Technik „nicht recyclingfähig“, da die bestehenden Aufbereitungsanlagen nur Verpackungsabfälle aus Kunststoff-Monomaterialen verarbeiten können. Da für Mehrschichtlaminate aus Haushaltsabfällen somit nur die Verbrennung bleibt und so die von 36% auf 63% ansteigenden Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen bis 2022 nicht zu schaffen sind, bietet hier der CreaSolv® Prozeß im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 3.12 Millionen Euro geförderten Projekt Circular Packaging1) einen Lösungsansatz.

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