ps_output-granulates-clear-3.jpgVon Schaum zu Schaum

Im November 2003 wurde das EPS–Loop Projekt von einem Konsortium von elf verschiedenen Firmen gestartet. Basis der Kooperation war der CreaSolv® Prozess und das Hauptziel war die Entwicklung und Optimierung dieses Recyclingverfahrens für EPS-Abfall. Des weiteren wurde ein Konzept für den kostenguenstigen Transport von EPS-Abfall entwickelt.Die Laufzeit des Projektes betrug 18 Monate und die Gesamtfinanzierungssumme belief sich auf  1,1 Millionen Euro.

Das EPS-Loop Projekt gehörte zu den wenigen Gewinnern der InnoNet - Ausschreibung des Jahres 2002, die ohne Einschränkungen gefördert und durch das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit („Förderung von innovativen Netzwerken“ – InnoNet) mit 604.000 Euro unterstützt wurden.
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Im Juli 2005 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. In einer kleintechnischen Anlage des IVV wurde demonstriert, daß man mit dem CreaSolv® Prozeß verschiedenste EPS Abfälle zu re-expandierbares Polystyrol aufarbeiten kann. Die daraus hergestellten EPS-Isolierplatten verhalten sich wie Neuware und sind nach DIN 4108-10 in Bereichen wie Flach- und Steildach, Wand und Fußböden ohne Trittschall-Anforderungen uneingeschränkt einsetzbar. Für Recyclinganlagen mit Kapazitäten von 4-8.000 Jato wurden EBITDA Margen von 50 – 60% errechnet und je nach Auslastung erhält man sein Investment in 2-5 Jahren zurück.

Zum Einsatz kam CreaSolv® PS, eine geschützte Formulierung mit hoher Lösekraft für Polystyrol (PS), speziell ausgerichtet auf die schnelle Volumenminderung für expandiertes Polystyrol (EPS). Es ist kennzeichnungsfrei entsprechend der kriterien der Europäischen Union wie ausgeführt im Anhang VI zu 67/548/EEC (Gefahrstoff Direktive / Arbeitsstoffverordnung).

Expandierte Kunststoffe wie zum Beispiel Polystyrol können bereits in CreaSolv® PS gelöst gesammelt werden, wodurch man eine höhere Volumenreduzierung und Transportkosteneinsparung als bei den derzeitigen Systemen erreicht. Der gelöste Kunststoff kann sofort im CreaSolv® Prozess weiterverarbeitet und wiedergewonnen werden.

Die Ergebnisse wurden in einem Abschlußbericht zusammengefaßt und anlässlich der FAKUMA am 20. Oktober 2005 in Friedrichshafen der Öffentlichkeit vorgestellt. Fakuma_EPS-loop Präsentation

 

creasolv_prozess.jpg
 

Von der InnoNet-Jury sehr gelobt wurde der mit der Ideenskizze eingereichte Verwertungsplan, der bereits eine effiziente Kostenrechnung enthielt, die das Projekt während der gesamten Laufzeit begleitet hat.
Download: InnoNet News Nr. 18, Ausgabe Juni 2006

Im Jahr 2007 wurde das Weltpatent WO/2003/035729 – „Recycling of waste expanded polystyrene foams to give products which may be re-expanded“ erteilt.

 Eine Kommerzialisierung wurde von den Industriepartnern zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht weiterverfolgt, da günstigere Alternativen zur Verfügung standen:

  • Saubere Verpackungs-EPS Abfälle können regranuliert als Polystyrol 2. Wahl verkauft werden.
  • Die Verpackungsrichtlinie 2005/20/EC erlaubt die energetische Verwertung (Verbrennen) von Kunststoffen.
  • Mit Hexabromcyclododecan (HBCD) flammgeschützte EPS-Isolierplatten gelten beim Rückbau nicht als "gefährlicher Abfall".
  • EPS Bauabfälle mit HBCD können energetisch verwertet werden.

Diese Situation änderte sich erst im Mai 2013 als die "Stockholm Convention on Persistent Organic Pollutants" (POP-Konvent) HBCD in die POP-Liste aufgenommen hat und damit am 26.11.2014 formal ein weltweites Verwendungsverbot in Kraft trat. In der EU gilt dieses Verbot allerdings erst ab 21.08.2015, da dann das REACH Ablaufdatum für diesen Stoff endet.

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